Dem Vergessen entgegentreten – ein Projekttag der BG 16114

Im Hinblick auf den Tag des Gedenkens der Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar, ein seit 1996 in Deutschland bundesweit, gesetzlich verankerter Gedenktag, besuchte die Klasse BG 16114 der BBS 11 Hannover am Donnerstag, den 26.01.2017 die heute als Mahn- und Gedenkstätte geführte ehemalige Gartenbauschule Ahlem. Hier nahmen die Schülerinnen und Schüler an einem Workshop zum Thema „Minderheiten unter Druck – Ausgrenzung, Entrechtung, Deportation“ teil. Nachdem sie sich zunächst ausgiebig mit der Historie der Gartenbauschule befassten, erarbeiteten sich die Schülerinnen und Schüler selbstständig in Kleingruppen anhand von lokalen Beispielen aus Hannover und Umgebung wie Minderheiten im Nationalsozialismus ausgegrenzt, verfolgt, deportiert und ermordet wurden. Hierzu werteten sie viele Zeitzeugen-Schilderungen, Briefdokumente sowie Originalfilmaufnahmen aus jener Zeit aus.
Zur Einstimmung auf diesen Projekttag sah die Klasse am Vorabend im Künstlerhaus den mit mehreren Oscars prämierten Spielfilm „Das Leben ist schön“ von Roberto Benigni. In dem Film geht es um einen jüdischen italienischen Buchhändler, der zusammen mit seinem sechsjährigen Sohn plötzlich in ein Konzentrationslager deportiert wird. Er möchte seinen Sohn vor den schrecklichen Tatsachen in der „surrealen“ und grausamen Welt der Zwangsarbeit und des Todes schützen und ihm das Überleben ermöglichen. Deshalb inszeniert er diese Wirklichkeit als ein Spiel und setzt seine ganze Kraft ein, um mit Komik und Fantasie gegen die Absurdität der Todesmaschinerie anzukommen. Der Vater wird ermordet, der Sohn kann überleben.
Den Abschluss des Projekttages bildete die bereits zur Tradition gewordene Putzaktion für die Stolpersteine der Familie Maissner in der Lange Laube 1, für die die BBS 11 die Patenschaft übernommen hat. Zu Beginn der Putzaktion erinnerte Herr Dr. Kreter, Leiter der Abteilung für die Förderung und Pflege der Erinnerungskultur der Stadt Hannover, in einer kurzen Ansprache eindringlich an die Wichtigkeit des Gedenkens wider das Vergessen.
Nach Verlesung der Biographie der Familie Maissner – die Mutter, Regina Rivka und die drei Kinder, Isaac, Rosa und Isidor Maissner, konnten dem Naziterror entfliehen, der Vater, Bernhard Maissner, wurde hingegen 1939 im besetzten Polen ermordet – wurden die Stolpersteine gereinigt. Mit der Entzündung von zwei Kerzen, der Niederlegung von Blumen und einer Gedenkminute an die Familie Maissner sowie alle Opfer des Nationalsozialismus endete der Projekttag.