Die Nacht, in der die Mauer fiel. Schriftsteller erzählt vom 9. November 1989 und das Leben in der DDR

„Wie denn wohl das Flüchtlingsproblem zu bewältigen sei“ – diese Gedanken entstammen keineswegs der aktuellen Flüchtlingsdiskussion, sondern beschäftigten die westdeutschen Bürger in den Tagen nach dem 09.11.1989, der Nacht, in der die Mauer fiel, weil die DDR-Regierung die Reisefreiheit ihrer Bürger verkündete.
Mit dieser Parallele zu aktuellen Geschehnissen startete am 9. November, exakt 26 Jahre nach den Ereignissen, eine Veranstaltung an unserer Schule mit dem Schriftsteller Dr. Renatus Deckert, der mit gut 160 Schülerinnen und Schülern in der Aula dieses Kapitel deutscher Geschichte erörterte. So ließ Renatus Deckert, zum Zeitpunkt des Mauerfalls 12 Jahre alt, zunächst Erinnerungen an seine Schulzeit Revue passieren, die nicht immer einfach waren, weil er als Sohn eines Pfarrers nicht den politischen Idealen der sozialistischen Einheitspartei, der SED, entsprach. Neben aus heutiger Sicht amüsant anmutenden Anekdoten über das jahrelange Warten auf einen „Trabbi“ und die ersten Erlebnisse im „Westen“ mit dem Begrüßungsgeld, ließen aber auch nachdenklichere Momente aufhorchen, als es etwa um die Bespitzelung durch die Staatssicherheit (Stasi) ging.
Anschließend widmete sich Renatus Deckert den Fragen der Schülerinnen und Schüler. Dabei betonte er stets seine sehr persönliche Sicht der Dinge, die sich auch bei den Autoren widerspiegelt, die er für sein Buch „Die Nacht, in der die Mauer fiel“, gewinnen konnte. Mit einer solchen Geschichte aus seinem Buch rundete er die Veranstaltung ab.